• Dr. Margit Inka Postrach (1954), zwei Kinder
  • Kulturwissenschaftlerin, Gestalttherapeutin, Biographin

Lebensgeschichten interessieren mich schon sehr lange, nicht nur als Lektüre von Biographien. In meinem Studium der Kulturwissenschaften in Leipzig ging es um das Verhältnis von Zeitgeschichte und Persönlichkeitsporträt: wie prägt die Kultur den Menschen und wie spiegelt sich in der Lebensgeschichte die Zeitgeschichte?

In meiner Promotion zu Thema „Psychoanalyse, Kunst und Kreativität“ untersuchte ich, was jemanden zum Schreiben oder zur Kunst antreibt und wie es auf ihn zurückwirkt.

„Autor seines Lebens werden“ nennt Freud das Verstehen und Deuten der eigenen Lebensgeschichte. Die Psychoanalyse ist auch eine Methode der Biographiearbeit.

Nach meiner Promotion bekam ich als Parteilose keine Stelle und habe freiberuflich Kurzbiographien für das Thieme-Becker- Künstlerlexikon des Seemann Verlages in Leipzig geschrieben.

1987 bin ich mit meinem Sohn aus der DDR nach Hamburg ausgereist, 1990 ist meine Tochter geboren.

Ich habe im Literaturwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg zum Thema „Literatur und Medizin“ gearbeitet, danach freiberuflich als Kursleiterin für Begabtenförderung, Kreatives Schreiben und Yoga.

In meiner Ausbildung zur Gestalttherapeutin beim HIGW in Hamburg konnte ich meine theoretischen Kenntnisse am eigenen Leib erproben. Gestalttherapie kann auch als eine Form der Biographiearbeit verstanden werden, als ein Blick auf die Lebensgeschichte, der Zusammenhänge und Sinn deutlich macht, der hilft, die aktuelle Lebensgeschichte besser zu verstehen und Perspektiven zu entwickeln. Dabei werden Lebensgeschichten auch mit kreativen Methoden, die über rein sprachliche Darstellungen hinausgehen (bildliches Gestalten, darstellendes Spiel, etc.), bearbeitet.

In meiner biographischen Arbeit verbinde ich diese Qualifikationen mit meinen literarischen Kenntnissen und Leidenschaften.

Ich habe Erfahrungen mit Grenzgängen und biographischen Brüchen in beiden Teilen Deutschlands; auch in meiner eigenen Lebensgeschichte hat es Krisen und Wendepunkte gegeben.

Für meine biographische Arbeit erhielt ich 2009 den Deutschen Biographiepreis.

2011/12 habe ich als Dozentin für Autobiograhisches Schreiben an der Universität Frankfurt gearbeitet.